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UNESCO Weltdokumentenerbe
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Im Jahre 2005 machten die Freunde der Humanistischen Bibliothek von Sélestat den Vorschlag, ein Dossier anzulegen und zu finanzieren, das sich mit der privaten Bibliothek des Humanisten Beatus Rhenanus beschäftigt. Der Bibliothek sollte dabei von der UNESCO der Titel "Weltdokumentenerbe" verliehen werden. Die Stadt Sélestat, Eigentümer des Bestandes, hat dieser Initiative grünes Licht gegeben.
Mit der Erstellung des Dossiers hat der Präsident Raymond Muller Emmanuelle JEANNIN beauftragt, die einen Hochschulabschluss in Kunstgeschichte hat. Die Historikerin wird bei ihrer Forschungsarbeit durch den leitenden Verwalter der Humanistischen Bibliothek Hubert Meyer und von James HIRSTEIN, Vortragender auf Latein an der Universität Straßburg unterstützt und beraten und erfüllt ihre Aufgabe mit so viel Ehrgeiz, dass man ihr dafür ganz herzlich danken sollte!
2008 ist dieses Dossier in Zusammenarbeit mit der Stadt dem französischen Komitee übergeben worden, um in das Programm "Weltdokumentenerbe" der UNESCO aufgenommen zu werden. Zu Beginn des Jahres 2010 hat dieses Komitee beschlossen, von all den eingegangenen französischen Bewerbungen das Dossier aus Sélestat als einzigen Vertreter für Frankreich anzunehmen. Somit stehen die Chancen für die Bibliothek des Beatus Rhenanus, mit dem UNESCO-Titel ausgezeichnet zu werden sehr gut. Die nächste Etappe führt zum internationalen Beratungskomitee, das sich mit den verschiedenen eingegangenen internationalen Bewerbungen (Nordamerika / Europa, im vorliegenden Fall) beschäftigen wird. Die Gewinner werden im Laufe der zweiten Jahreshälfte von 2011 bekanntgegeben.
Wenn die Humanistische Bibliothek durch diese äußerst renommierte Organisation der UNO ausgezeichnet werden sollte, so wäre das eine großartige Neuigkeit für Sélestat, denn ein solcher Titel könnte diesem so hoch intellektuellen elsässischem Örtchen ein noch nie da gewesenes Ansehen verleihen. Dadurch wird die Gegend wahrscheinlich noch attraktiver für Wissenschaftler und Touristen. Und Elsass, Frankreich und Europa könnten sich über diese weltbekannte Auszeichnung für ein einzigartiges Kulturgut mit Stolz brüsten.

Was steht eigentlich hinter dem Programm "Weltdokumentenerbe"?

Da die UNESCO erkannt hat, dass gegen den Schwund großer Teile des schriftlichen Weltdokumentenerbes Handlungsbedarf besteht, ist 1992 das Programm "Weltdokumentenerbe" initiiert worden, mit dem Ziel dieses Kulturerbe zu schützen und zu fördern, "um eine kollektive Amnesie zu vermeiden und die Bewahrung der Archivsammlungen und der Bibliotheken überall auf der Welt zu fördern und ihre Verbreitung sicherzustellen".
Der Idee, die hinter der Umsetzung dieser Initiative steht, liegt die alleinige Behauptung zugrunde, dass das schriftliche Kulturgut der Welt allen gehört und dass es notwendig ist, sich für dessen Bewahrung und Zugänglichkeit einzusetzen. Dabei müssen zunächst die schriftlichen Zeugnisse als solche von universellem Interesse identifiziert werden, um für die Wichtigkeit dieser Kulturgüter zu sensibilisieren, um dann deren Schutz und den Zugang zu erleichtern, damit sowohl die heutigen als auch die zukünftigen Generationen davon profitieren. Die Mittel, die von der UNESCO hierbei eingesetzt werden, sind unterschiedlich: sie reichen von der Unterstützung und Beratung im Bereich der Instandhaltung, bis hin zur Förderung der Digitalisierung und Veröffentlichung.

Dabei sind vier Ziele definiert worden:

    • Sicherstellung, dass der Schutz des schriftlichen Kulturguts vom universellen Interesse ist und Förderung des nationalen und regionalen Interesses
    • Schaffen einer breiten öffentlichen Zugänglichkeit mittels Einsatz von geeigneten Technologien
    • Bei den Mitgliedstaaten der UNESCO ein größeres Bewusstsein für das eigene schriftliche Kulturerbe und insbesondere für solches Kulturerbe von kollektivem Schätzwert schaffen
    • Ausarbeitung der aus den schriftlichen Kulturgütern abgeleiteten Produkte und Verbreitung auf internationaler Ebene bei gleichzeitiger Gewährleistung, dass die Originaldokumente unter bestmöglichen Voraussetzungen konserviert und geschützt werden

Liste der Dokumente, die im Register den Titel "Weltdokumentenerbe" durch das Land Frankreich verliehen bekommen haben:

Jahr 2003
    •  Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (1789-1791)
    • Auszug aus den Protokollen der Nationalversammlung (1789)

    Jahr 2005
    • Lumière-Filme
    • Rede vom 18. Juni 1940
    • Einführung des dezimalmetrischen Systems  (1790-1837)

     Jahr 2007
    • Teppich von Bayeux

    Jahr 2009
    • Bibliothek der Abtei von Clairvaux zur Zeit des Pierre Virey (1472)

 

Seit dem 26. Mai 2011 ist die Sammlung Beatus Rhenanus, die in der humanistischen Bibliothek Sélestat aufbewahrt wird, offiziell in den Register «Weltdokumentenerbe»  der UNESCO aufgenommen.

Mehr als fünf Jahre nach der Entscheidung, um diese Auszeichnung zu konkurrieren, haben sich die Geduld und die Zähigkeit der Unterstützer der Humanistischen Bibliothek bezahlt gemacht.

Dieser bedeutende Titel stellt für die berühmteste humanistische elsässische Bibliothek eine internationale Anerkennung dar. Dieses Ereignis bietet der Stadt, die Besitzerin dieser Sammlung ist,  zahlreiche neue Möglichkeiten.
Wir haben keinerlei Zweifel daran, dass die Stadt diesen so angesehenen Ehrentitel zu schätzen weiß.

 

 

Barbados, Jamaica, Panama, Sainte-Lucie, Großbritannien und USA:
Silbermänner: Karibische Arbeiter des Kanals von Panama

Bolivien:
Dokumentenfundus des königlichen Gerichtshofs von La Plata (RALP)

Brasilien:
Informationsnetz und Desinformation über das Militärregime in Brasilien (1964-85)

Bulgarien:
Enina Apostolos, altes bulgarisches kyrillisches Manuskript (Fragment) aus dem XI. Jahrhundert

China:
Ben Cao Gang Mu (Auszug aus dem medizinischen Bereich); Huang Di Nei Jing (Der gesamte Kanon des gelben Kaisers)

Dänemark:
MS. GKS 4 2°, Vol. I-III, Lateinische Bibel (Bibel von Hamburg oder von Bertoldus)

Deutschland:
Der Bau und der Fall der Berliner Mauer - Abhandlung « zwei plus vier » aus dem Jahr 1990; Patent von Carl Benz aus dem Jahr 1886

Fidschi, Guyana, Surinam, Trinidad und Tobago:
Dokumentenerbe der unter Vertrag stehenden indischen Arbeiter

Frankreich:
Bibliothek von Beatus Rhenanus

Großbritannien:
Historische ethnographische Aufzeichnungen (1898-1951) der British Library

Holland:
Sammlung von Desmet

Holland, Brasilien, Ghana, Guyana, holländische Antillen, Surinam, Großbritannien und USA:
Archive der holländischen Kompagnie der westindischen Inseln (Westindische Compagnie)

Holland, Curaçao und Surinam:
Archive der Handelskompagnie von Middelburg (MCC)

Indien:
Laghukãlachakratantrarãjatlkã (Vimalprabhã); Manuskript Tarikh-E-Khandan-E-Timuriyah

Indonesien und Holland:
La Galigo (Epopea)

Iran:
Sammlung von Nezami’s Panj Ganj; Al-Tafhim li Awa’il Sana’at al-Tanjim (Astrologiebuch)

Irland:
Buch von Kells (Groβes Evangeliar von San Colombano)

Italien:
Historische Archive der Diözese von Lucca

Japan:
Sammlung von Sakubei Yamamoto

Marokko:
Kitab al-ibar, wa diwan al-mobtadae wa al-khabar (Manuskript einer geschichtlichen Abhandlung)

Mexiko:
Piktogramme vom 16. bis zum 18. Jahrhundert der Gruppe Record « Karten, Zeichnungen und Illustrationen »

Mongolei:
Lu Altan Tobchi – Goldene Geschichte geschrieben im Jahr 1651; Tanjur (Büchersammlung über den tibetanischen Buddhismus)

Norwegen:
Archive von Thor Heyerdahl

Österreich:
Gesangsbuch aus Mainz in der österreichischen Nationalbibliothek; Eigentum von Arnold Schönberg

Philippinen:
Präsidenten-Briefwechsel von Manuel L. Quezon

Polen:
Archive der Abteilung zum Wiederaufbau in Warschau

Republik Korea:
Dokumentenerbe der Menschenrechte 1980 – Archive des 18. Mai, demokratische Erhebung gegen das Militärregime, in Gwangju, Republik Korea; Ilseongnok (Zeitung, die den Alltag des Königs von Joseon beschreibt)

Russische Föderation:
Evangelium von Ostromir (1056-1057); Persönliche Bibliothek von Leon Tolstoi, mit Manuskripten, Fotos und Filmen

Saint-Kitts und Nevis:
Register der Sklaven von den Bermudas 1821-1834 (Nachtrag zu den Sklaven aus der britischen Karibik 1817-1834, eingetragen im Jahr 2009)

Schweden:
Archive des Stadtplanungsausschusses von Stockholm; Codex Argenteus – Die Silberbibel (Evangeliar aus dem VI Jahrhundert)

Schweiz:
Die Sammlungen Jean-Jacques Rousseau von Genf und Neuchâtel

Thailand:
Epigraphische Archive von Wat Pho

Trinidad und Tobago:
Sammlung Constantine

Tschechische Republik:
Sammlung von 526 Kopien von Univeristätsabschlussarbeiten von 1637-1754

Tunesien:
Das Rennen und die internationalen Beziehungen der Regentschaft von Tunis im XVIII und XIX Jahrhundert.

Vietnam :
Federkielaufzeichnungen auf Stein der königlichen Prüfungen der Dynastien le und Mac (1442-1779).